Foto: SI/Deibel Friedensglocken

Friedensläuten am Friedenslöwen

Anlässlich des europaweiten Läutens der Glocken für den Frieden hatten die „Nie wieder Krieg!“-Organisatorinnen von Soroptimist International Lauterbach-Vogelsberg eingeladen, sich am Friedenslöwen einzufinden. Unter anderen waren auch das Stadtjugendparlament und die Dekanatsjugend dazugekommen. Kerzen wurden entzündet und bis zum Läuten ein Lied für den Frieden gesungen. Das Läuten der Glocken am internationalen Friedenstag sollte ein weit hörbares Zeichen für den Frieden in der Welt sein. 

 

Foto: Ruben König

Musik am Lauterbacher Friedenslöwen

Mit einem Flashmob des Liedes „Bella Ciao“, vorgetragen in Orchesterstärke, versetzte die musikkulturschule den Platz rund um den Friedenslöwen in musikalische Schwingung. Sophia Mott, Lehrkraft für Cello und Kontrabass, hatte das kurze Live-Konzert initiiert und die musikalische Leitung übernommen. Als Buchautorin hatte sie die Veranstaltungsreihe „Nie wieder Krieg!“ von Soroptimist International (SI) Lauterbach-Vogelsberg bereits mit einer Lesung ihres Romans über Martha Liebermann eröffnet. Weitere Lehrkräfte der musikkulturschule wurden um Unterstützung nachgefragt: Bernhard Lauda kam mit einem Teil seines Bläserensembles und sechs GeigenschülerInnen von Felicia Eisenmeier und Wladimir Pletner konnten ebenfalls die Zeit aufbringen. Nach und nach kamen alle Streicher an den Fuß des Löwen, die Bläser liefen musizierend von der Hohhaus-Apotheke los und alles mündete in einem wohlklingenden Tutti von „Bella Ciao“. Die Musikauswahl kam durch Wünsche von Schülerinnen und Schüler zustande, da ein Remix des Liedes in die aktuellen Charts kletterte. Eigentlich geht die Melodie auf ein Lied aus der Nähe von Bologna zurück, das Reispflückerinnen sangen und darin die harten Arbeitsbedingungen beklagten. Erst die spätere Version der italienischen Widerstandsbewegung gegen den Faschismus wurde weltweit bekannt. Alle Teilnehmenden erhielten viel Applaus und herzliche Dankesworte von SI-Präsidentin Susanne Bolduan für das bewegende musikalische Moment am Friedenslöwen.

Der Song von veitzTANZ ist online: https://www.niewiederkrieg.net/song/

www.niewiederkrieg.net

 

 

 

Verhüllungsperformance und Friedensfest: „Nie wieder Krieg!

 

 

Der Berliner Platz hat am Wochenende einen neuen Star bekommen. Soroptimist International Lauterbach-Vogelsberg (SI) organisierte an zwei Tagen im Rahmen des Projektes „Nie wieder Krieg!“, eine Verhüllung des Löwendenkmals mit roten Woll-Elementen. Nun leuchtet der Löwe in rot. Und gewinnt dadurch sehr an Aufmerksamkeit. Die Woll-Elemente hatten über 300 Menschen aus dem Vogelsberg, dem In- und Ausland gestrickt oder gehäkelt.

Mehrere hundert Menschen waren kommen zur Eröffnung des Friedensfestes. Es begann mit einer ökumenischen Andacht von Pfarrerin Klaffehn und Pfarrer Schäfer unter musikalischer Begleitung von Kantorin Claudia Regel.

Im Anschluss sprach Bürgermeister Vollmöller ein Grußwort. Er erinnerte daran, dass das Löwendenkmal vor genau 111 Jahren zu Ehren der Kriegshelden des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 eingeweiht wurde. Er lobte das Ansinnen des SI Clubs Lauterbach mit der Projektleiterin Ute Kirst, ein Zeichen zu setzen für „Nie wieder Krieg!“.

Sehr erfreut waren wir über den Besuch von Gabriele Zorn, Präsidentin von SI Deutschland. Es brauche noch mehr Friedensfeste, wie dieses, um weltweit Flagge zu zeigen für den Frieden.

Kreisbeigeordnete Stephanie Kötschau fragte „ Brauchen wir eine Verhüllungs-Performance, um Menschen zu berühren?“ Eindeutig ja, gerade in heutiger Zeit. „Wer Demokratie bewahren will. Muss sich öffentlich für Frieden und Toleranz einsetzen“.

 

Unsere Präsidentin Susanne Bolduan sprach den vielen Unterstützern und Helfer des Projektes „Nie wieder Krieg“ ihren Dank aus. Besonders der Projektinitatorin Ute Kirst.

Ute Kirst, möchte mit ihrem Herzensprojekt ein Zeichen für den Frieden setzen. „Ich bin total froh, dass nun nach ungezählten Arbeitsstunden und nach einem Jahr Vorbereitungszeit am Ende alles geklappt hat“.

Anschließend gehört die Bühne der Musik. Es spielten die Big Band der Lauterbacher Musikschule unter Leitung von Rolf Jacob, die „One World Band“, gefolgt von „Touch of Grey“, die ein besonderes Akustik-Set für diesen Tag vorbereitet haben. Zum Abschluss des Tages kommt „Soul2Soul“ auf die Bühne, eine neue Band, hinter deren Namen sich Sängerin Judith Erb und Gitarrist Daniel Schröter verbergen.

 

Am Sonntag startete das Bühnenprogramm um 12:00 Uhr mit „VeitzTANZ“. Die Kinder- und Jugendkantorei unter der Leitung von Claudia Regel bot im Anschluss ein besonderes Liedprogramm an. Daraufhin gestalteten das Stadtjugendparlament und Dekanatsjugend ihre Beiträge zum Programm, die zum größten Teil nicht auf der Bühne stattfand. Die jungen Leute markierten die einzelnen Kopfsteinpflaster mit weißen Kreidekreuzen. Dies soll an die Tausenden von Toten an einem einzigen Tag in der Schlacht von Sedan erinnern. „Sabinett“ besang den Abschluss des Friedensfestes mit viel Witz und Ironie.

 

Die gesamte Bühnentechnik hatte Hans-Georg Otterbein übernommen, der vom Team der Licht- und Ton-AG der Alexander-von-Humboldt-Schule unterstützt wurde. Freiwillige Helferinnen und Helfer der ansässigen Service-Clubs kümmerten sich um Speisen und Getränke, so dass niemand das Fest verlassen musste, um Hunger oder Durst zu stillen.

 

Alle Beteiligten brachten sich an diesem Wochenende ehrenamtlich ein, die Organisatorinnen arbeiten seit Monaten an den umfangreichen Vorbereitungen, die für ein solches Event zu treffen waren. Das Projekt wird von „Demokratie leben!“ und dem mittelhessischen Kultursommer gefördert sowie von der Stadt Lauterbach unterstützt. Die Erlöse des Friedensfestes gehen an „Ärzte ohne Grenzen“.

Foto: SI/Deibel: (v.l.n.r.: ) Projektleiterin Ute Kirst, Ute Stöppler, SI Präsidentin Susanne Bolduan und Dr. Gabriele Plöger

SI-Projekt „Nie wieder Krieg!“ bei internationalem Freundschaftsfest Alsfeld

Das Projekt „Nie wieder Krieg!“ des Club Soroptimist International (SI) Lauterbach-Vogelsberg war auf dem internationalen Freundschaftsfest in Alsfeld präsent und informierte über die geplanten Veranstaltungen im Rahmen des Projektes. Da die Verhüllung des Löwendenkmals in Lauterbach mit roten Woll-Elementen am 1. und 2. September 2018 das zentrale Ereignis im Projektverlauf darstellt, strickten die „Botschafterinnen“ von „Nie wieder Krieg!“ direkt vor Ort und konnten auch Mitstrickende gewinnen. SI Lauterbach-Vogelsberg ist mittlerweile Teil des Netzwerkes „Demokratie leben“ im Vogelsbergkreis und freute sich, aktiv zum Gelingen des großartigen Festes beizutragen. 

 

Der Löwe wird vermessen - Auftakt der Aktion "Nie wieder Krieg" 

Bild 1: Trotzten dem Wetter für die gute Sache: Frauen des Club Soroptimist International Lauterbach-Vogelsberg mit ihrer Präsidentin Susanne Bolduan (vorne links) und Projektleiterin Ute Kirst (vorne, Dritte v.l.) sowie die unterstützenden Gäste (vorne, v.r.n.l) Hans-Jürgen Knapp, Erster Stadtrat Lothar Pietsch, Stefan Kunst, (hinten, v.r.n.l.) Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller und Petra Junk. Foto:Schmidt

Selbst heftiges Winterwetter konnte sie nicht abschrecken: Einige Frauen des SI Club Lauterbach-Vogelsberg kamen in Lauterbach bei Schneetreiben zusammen, um ihre für nächstes Jahr geplante Mitmach-Kunst-Aktion einer vorbereitenden Probe  zu unterziehen. Nicht nur der Hubsteiger des Lauterbacher Betriebshofes mit seinem Fahrer Hans-Jürgen Knapp waren dazu gekommen, sondern auch Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller, der das Vorhaben des SI Clubs unterstützt. Desweiteren hatten sich eingefunden Stefan Kunst, dessen Firma Wenzel & Hoos die Stoffbahnen für die Test-Elemente gespendet hatte sowie der 1. Stadtrat Lothar Pietsch und Petra Junk von der Stadtverwaltung Lauterbach.

 

Im Zentrum des Geschehens stand und steht dabei der Löwe – das Denkmal am Berliner Platz in Lauterbach. Mit Hilfe von Hubsteiger und Leiter wurde unter widrigen Wetterverhältnissen Maß genommen und Stoffelemente am Löwen platziert, die als Muster für die Mitmach-Kunst-Performance unter dem Thema „Nie wieder Krieg!“ dienen sollen. Passanten blieben stehen und fragten die anwesenden SI-Clubfrauen, was denn da mit dem Löwen geschieht und erhielten Auskunft: Das Löwendenkmal ist Teil der Lauterbacher Alltagskultur, Begegnungsort und Stadtmarke. Kaum jemand schenkt ihm tiefergehende Aufmerksamkeit, was sich mit dem Projekt des SI Clubs sicher ändern wird. Ute Kirst, Designerin und Mitglied des SI Clubs, hatte die Idee, den Löwen nach dem Vorbild des sogenannten „Urban Knitting“ mit Woll-Elementen einzuhüllen, um ihn mitsamt seiner Geschichte wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung zu holen. Der Löwe wurde 1907 eingeweiht und sollte im Sinn des damaligen Denkmal-Ausschusses Symbol für die siegreichen Schlachten deutscher Truppen gegen die Franzosen 1870/71 sein. Anders als das Gefallenen-Denkmal am Lauterbacher Friedhof wurde der Löwe zum „Siegesdenkmal“, was uns heute rückblickend, besonders nach der Erfahrung zweier verheerender Weltkriege, nicht nur anachronistisch und unverständlich, sondern erschreckend erscheint. Ein Krieg, so wissen wir, bringt Verluste für alle Seiten. Deutschland genießt zwar seit über 70 Jahren Frieden, beheimatet aber seit einigen Jahren viele Menschen, für die Krieg, Kriegsverluste und –verderben ganz aktuelle Lebenserfahrungen sind. Es ist daher der Frieden, dem ein Denkmal gebührt. Das Projekt des SI Club Lauterbach-Vogelsberg, das von Ute Kirst geleitet wird, enthebt den Löwen symbolisch seines historischen Fundaments und setzt ihn so in neue, zeitgemäße und friedensbejahende Zusammenhänge: Aus dem Kriegssymbol wird ein Friedenssymbol, dessen umhüllende Wolle aus roten Farbtönen bestehen wird, die für Liebe, aber auch für Blut stehen. Mit dem Blick auf das Gestern erhalten unser Heute und unser Morgen eine neue Perspektive, und das nicht nur auf den Löwen.

Die Mitmach-Kunst-Aktion lädt alle Menschen, die sich daran beteiligen wollen, zum Stricken oder Häkeln ein. Hierfür werden ab Mitte Januar in Lauterbach Woll-Stationen eingerichtet, in denen man sich kostenlos Wolle abholen kann, um nach einer einfachen Vorlage die Wollelemente zu fertigen, mit denen der Löwe dann am 1. und 2. September eingehüllt werden soll. Das Verhüllungsdatum ist gut gewählt. Bereits kurz nach dem Krieg 1870/71 wurde jährlich am 2. September das Sedansfest gefeiert, das an den Sieg über Frankreich erinnern sollte. Das 25jährige Jubliäum wurde 1895 auch in Lauterbach  mit großem Festzug begangen. Nur drei Jahre später regte der örtliche Kriegerverein den Bau des Löwendenkmals an. Mit der Kunstperformance wird so das ehemalige Sedansfest in eine Friedensfeier umgewidmet. „Nie wieder Krieg!“ hat Ute Kirst das Projekt getauft, und mit diesem Motto wird nicht nur die Verhüllung selbst, sondern auch die über das Jahr verteilten Begleit-Veranstaltungen wie Vorträge oder Lesungen überschrieben sein. Vier Wochen lang wird der Löwe seinen roten Woll-Umhang tragen. Dann wird die rote Hülle gewaschen und wieder in ihre Einzelteile zerlegt, die man käuflich erwerben kann. Der Erlös kommt schließlich Kriegs- und Kriegstrauma-Opfern zugutekommen. „Nie wieder Krieg!“ erhielt bereits eine Förderzusage des mittelhessischen Kultursommers, der OVAG und der Volksbank Lauterbach-Schlitz. SI hofft, dass sich noch weitere Sponsoren und natürlich tatkräftige Strickwillige finden werden, sobald die Wollstationen eingerichtet sind. Wo diese sich befinden werden und wie das Projekt im Detail verläuft, wird rechtzeitig veröffentlicht. Ein Flyer und eine Website sind bereits im Werden. Das SI-Projekt „Nie wieder Krieg!“ hat gedanklich bereits vor längerer Zeit begonnen, setzte aber jetzt mit der Probeverhüllung einen ersten öffentlichen Aktionspunkt. Man darf auf den 1. und 2. September 2018 gespannt sein – ist es doch auch das Jahr, in dem sich das Ende des 1. Weltkrieges zum hundertsten Mal jährt.  

 

Weitere Infos: http://www.niewiederkrieg.net